Standpunkte

März 2014

Leserbrief zum Bericht über den Abriss der Josefskirche

So jetzt ist es soweit, angesichts sinkender Mitgliederzahlen und der Zusammenlegung der Kirchengemeinden in Selm, ist die Josefskirche, die mein Großvater mit erbaute, zu Ballast für die Kirche geworden und soll abgerissen werden. Nach der Verwaltungsnebenstelle fällt damit ein weiteres markantes Gebäude in Selm. Der Wulfert-Bau im Dorf wird das nächste sein. Wird dadurch Selm schöner? Ich glaube nicht. Das neue Pflegeheim, dieser „Jahrhundertbau“ ist viel zu groß für das Grundstück. Beim Wulfert-Bau muss man das Gleiche befürchten. Aus der Abrisspolitik in den 60er Jahren als die Torhäuser zur Burg Botzlar (ich bin dort geboren) weichen mussten, und die Gräfte rund um die Burg zugeschüttet wurde, hat man nichts gelernt. Die Gleichgültigkeit wiederum, mit der die Öffentlichkeit reagiert, ist erschreckend, das gilt auch besonders für Bork. Ich wohne jetzt seit über 40 Jahren in Bork, die Wohnqualität ist gut und die Borker identifizieren sich mit ihrem Dorf. Die Gemeinschaft und Nachbarschaft funktionieren und man kann alles fußläufig erreichen. Lediglich fehlende Einkaufsmöglichkeiten könnte man beklagen. Jetzt soll sich das gesamte Dorf aber verändern, drei Häuser sind bereits abgerissen, weitere werden folgen, man spricht vom freien Blick auf die Kirche aber man hört keine Stellungnahmen der Verantwortlichen, sogar der Heimatverein ist stumm. Wehret den Anfängen!

Monika Knappmann,
Humboldstr. 7

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