Am Freitag (28.06.) haben Mitglieder und Gäste der UWG den diesjährigen Baum des Jahres, die Flatter-Ulme, ordentlich angegossen. Dazu gab es wie üblich fundierte Informationen über den Baum von UWG-Mitglied Peter Gehrmann, die wir auch hier nicht vorenthalten wollen.

Die Flatter-Ulme – Die Diva aus dem Urwald

Beim Stichwort Ulme denken wohl die meisten an das große Ulmensterben im letzten Jahrhundert. Übeltäter war ein Pilz aus dem ostasiatischen Raum, der durch den weltweiten Holzhandel verbreitet wurde.

Dieser Pilz hat vor allem der Berg- und Feld-Ulme zugesetzt. Die Flatter-Ulme zeigte sich bisher weitgehend immun.

Die Flatter-Ulme hat die letzte Eiszeit wahrscheinlich – wie viele andere Arten auch – auf dem Balkan überlebt. Ihr heutiges Hauptverbreitungsgebiet ist das kontinentale Osteuropa. In Deutschland ist sie in den östlichen Bundesländern gut verbreitet. Ob sie im Kreis Unna heimisch ist, scheint zweifelhaft. In Selm jedenfalls ist sie sehr selten und in der westfälischen Bucht stark gefährdet.

Man findet die Flatter-Ulme natürlicherweise in Feuchtwäldern und Flussauen. Sie hält permanent feuchte Böden und längere Überflutungen problemlos aus. Daher findet man sie – zusammen mit Stieleiche, Esche, Bergahorn – in der sogenannten Hartholz-Aue, wo sie den Übergang von der Weichholz- zur Hartholz-Aue markiert.

Auenzonierung, Skizze Peter Gehrmann

Die Flatter-Ulme wäre also auch eine ideale Baumart für den Selmer Auenpark.

Als einzige heimische Baumart bildet die Flatter-Ulme Brettwurzeln. Bekannt sind solche Brettwurzeln von Urwaldriesen, die dadurch ihre Stabilität erhöhen.

Der ursprünglich hochladende Benutzer war XN in der Wikipedia auf Deutsch - Übertragen aus de.wikipedia nach Commons., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1758546
Der ursprünglich hochladende Benutzer war XN in der Wikipedia auf Deutsch – Übertragen aus de.wikipedia nach Commons., CC BY-SA 3.0, Link

Klima-ökologisch interessant ist die Flatter-Ulme, weil sie auch trockenwarmes Stadtklima gut aushält. Schon im Barock (ca. 17. Jahrhundert) gehörte die Ulme zusammen mit Linden zu den beliebtesten Alleebäumen.

Wegen ihres hohen Eiweißgehaltes dienten Ulmenblätter früher als hochwertiges Viehfutter im Winter.

Das Holz der Flatter-Ulme lässt sich schwer spalten und ist recht zäh. Unter dem Aspekt der Holzverarbeitung gilt sie deshalb als Diva.

Ihren Namen verdankt die Flatter-Ulme dem Verhalten ihrer Blüten- und Früchte-Büschel im Wind: sie flattern. Eine ähnliche Namensbildung zeigt sich bei der Zitterpappel oder Espe, nur sind es da die Blätter.

Weitere Informationen unter www.baum-des-jahres.de.

Baum des Jahres angegossen – Flatter-Ulme wächst nun am Selmer Bach
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