25 Jahre UWG-Politik in Selm

Eine Erfolgsgeschichte!​

Als wir vor 25 Jahren in Selm Gründungsmitglieder der UWG wurden, ging es uns um Themen wie Naturschutz, Waldsterben, Anti- Atomkraft, Eine-Welt-Arbeit, Friedensbewegung, Frauenbewegung.

Wir erlebten die täglich fortschreitende Landschaftszerstörung des Münsterlandes, das Waldsterben und die Rodung von Wallhecken. Wir verurteilten die Chemie auf den Feldern und in den Lebensmitteln und befürchteten den Ausbau der Atomindustrie. Wir sahen klar, dass sich die etablierten Parteien nie wirklich für den Umweltschutz einsetzen würden. Die Gründungsbewegung der UWG erfolgte zeitlich mit der Gründung von vielen grünen Ortsverbänden und ging einher mit dem Wunsch der Menschen nach einer intakten Umwelt.

Auch die politische Vormachtstellung der CDU, die 1984 total zerstrittene SPD und der schwarz-rote Filz in Selm sorgten damals dafür, dass wir uns mit Gleichgesinnten zusammenfanden. Die Gemeinsamkeiten waren ein Wille zum Protest über die Kommunalpolitik in Selm, der Wunsch nach Veränderungen und letztlich, dass wir bereits 1984 nicht mehr wussten, welcher Partei wir bei der Kommunalwahl unsere Stimme geben sollten. Gemeinsam war uns aber auch, keiner Partei anzugehören und wir entschlossen uns deshalb, das hohe Gut der Überparteilichkeit zu wahren um eine Wählergemeinschaft als eingetragenen Verein zu gründen.

Dieser junge Verein hatte sich zum Ziel gesetzt, Kommunalpolitik durchschaubarer zu machen, bedrohte Umwelt besser schützen und landwirtschaftliche Strukturen zu erhalten. Umweltschonender Straßenbau, Kontrolle der Öffentlichkeit über die Großindustrie und ein aktives kulturelles Leben waren weitere Punkte, für die sich die UWG einsetzen wollte.

Als Betriebsunfall und „Öko-Gespenst“ wurden wir von den alteingesessenen Ratsmitgliedern angesehen, als Pinscher zwischen zwei Doggen tituliert, als wir 2 Monate nach der Gründung auf Anhieb mit 4 Personen ins Kommunalparlament einzogen. Als dann fünf Jahre später die Selmerinnen und Selmer die UWG mit 6 Ratsmitgliedern im Amt bestätigten, war es dann aus mit der These „und sie tanzten nur einen Sommer“.

Inzwischen haben wir uns überall, auch in den Gremien, und auch weit in die Bevölkerung hinein Respekt und Anerkennung erarbeitet. Anerkennung für konsequentes Arbeiten und Handeln und für das Versprechen, dass wir sachorientiert und kämpferisch Politik für die Menschen betreiben.

Diese Menschen wiederum zu begeistern für die Gemeinschaft, für die Stadt Selm, vielleicht sogar für Kommunalpolitik, ist nach wie vor unser aller gemeinsames Ziel.

Maria Lipke und Marianne Neve

© UWG Selm e.V. | Realisation GOBYnet® Selm