„Die Schließung des Hallenbades trifft Selm nicht unerwartet, aber es trifft die Stadt ins Herz“, so lässt sich die Reaktion der Unabhängigen Wählergemeinschaft in Selm zusammenfassen. Nach den ergebnisfreien Gesprächen zwischen Stadt und Betreiber und der großen Stille danach war schon aus der ernüchternden Information im Ausschuss für Schule, Bildung, Sport und Kultur im Dezember herauszuhören, dass der 15. Januar 2026 das Datum für das Ende dieses inzwischen arg steinigen Weges für Betreiber und Stadt sein würde. Dieser „nächstmögliche Kündigungstermin“, so wurde damals mitgeteilt, könne das Vertragsverhältnis einseitig zum 15. April 2026 beenden.
Die Ankündigung ist nun real geworden, die Folgen für das Schulschwimmen, die Aktivitäten des DLRG, die angeschlossene Sauna erwartbar katastrophal. Das Fitnessstudio am gleichen Ort wirbt bislang mit der Kombination Fitness und Schwimmen, bietet Kurse im Hallenbad an – eine regionale Schwimmschule verliert ihren Standort in Selm, junge und alte Nutzer, oft als Familien im Hallenbad zu sehen – sie alle werden ortlos. Weder fahrbare Container noch busfahrende Schüler in die Nachbarkommunen bieten hier eine Lösung.
Die Fraktion der UWG hat sich immer stark gemacht für den Erhalt des Hallenbades, für eine Einigung mit dem Betreiber des Hallenbades, die jetzt zumindest die Zeit bis zu einer finalen Lösung hätte überbrücken können.
Kristina Schröder, Sachkundige Bürgerin im Ausschuss für Stadtentwicklung, macht deutlich: „Ohne das Hallenbad haben wir über Jahre keine echte Chance, an den Selmer Schulen einen adäquaten Schwimmunterricht für unsere Schüler:innen anzubieten. Alternativen hätten schon früher konkreter erkundet werden müssen, diese Chance wurde leider vertan.“
Das LAFP ist in seinen Kapazitäten ausgereizt, in Nordkirchen hat die Schließung des Hallenbades im letzten Jahr ein eher trauriges 10-Jahres-Jubiläum gefeiert. Auch dort hat übrigens die auch in Selm einst diskutierte Idee „Hotelneubau mit integriertem Hallenbad“ nicht gefruchtet. Auch dort gab es zahlreiche Anläufe in den letzten Jahren, aber keinen Erfolg einer einzigen Idee. Nach 3 Jahren Sanierung wird im Frühjahr 2026 das Hallenbad in Olfen wieder öffnen – fast 5 Millionen Euro werden dann dort investiert worden sein. Das alles skizziert die Größe des Problems, das die Stadt nun gemeinsam bewältigen muss.
„Konkretere Mitteilungen zu Lösungsideen erreichen die Politik, erreichen die Bürger:innen derzeit arg spärlich, auch wenn die Verwaltung immer wieder signalisiert, es werde intensiv gearbeitet. Eingeengt ist unser Handlungsspielraum auch durch die nach wie vor miserable Haushaltslage“, ergänzt Jeannine Tembaak, Ratsmitglied der UWG, „angesichts der aktuell geltenden Haushaltssperre war dieser Weg wohl versperrt. Wir erwarten in der anstehenden Sitzungsfolge konkrete Vorschläge, wie sie Bürgermeister Mors angekündigt hat.“